Spielsucht rechtfertigt keine Straftat

Spielsucht rechtfertigt keine Straftat

In diesem Fall ging es um eine Straftat eines 37-jährigen, die mit der Spielsucht des Angeklagten gerechtfertigt werden sollte. Hier wurde vor Gericht angegeben, dass dieser den überfall auf eine Spielhalle in Katlenburg nur aufgrund der eigenen Spielsucht durchgeführt habe.

Aufgrund des Vorfalls wurde der Täter zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft ging in Revision und versuchte das Urteil mit der Spielsucht abzumildern und den Straftäter lediglich in ein psychiatrisches Krankenhaus zu verweisen. Dieser Vorschlag würde jedoch von Seiten des Bundesgerichtshofs abgewiesen.

Der spielsüchtige ist vorab bereits mehrfach durch Straftaten in Verbindung mit der Spielsucht aufgefallen. Im Jahr 2004 wurden von dem jungen Mann zwei überfälle durchgeführt. Auch wurde der Mann wegen Fahnenflucht von Seiten der Bundeswehr entlassen. Der Spieler war spielsüchtig und unternahm einige Touren quer durch Deutschland, bei denen er zum Teil sein gesamtes Geld verspielte. Nach den überfällen konnte der Verurteilte nicht ermittelt werden, doch nach drei Jahren stellte sich der Spieler selbstständig. Trotzdem wurde der Spieler zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Der Spieler unterlag noch nach mehreren Therapieversuchen der Spielsucht. Vor Gericht sollte dies dazu beitragen, dass der Spieler nicht in Haft genommen wird. Das Gericht ließ sich jedoch nicht davon beeinflussen, denn die Tat an sich sprach für eine Verurteilung. Bei der Tat unterschlug der Spieler einen BMW bei einer Probefahrt und fuhr mit diesem mehrere Tage durch die Gegend. Zu dieser Zeit, im Mai 2012, erfolgte auch der Überfall auf die Spielhalle in Katlenburg.

Der Vorschlag von Seiten der Staatsanwaltschaft, den Spieler in eine psychiatrische Klink einzuweisen, wurde abgelehnt, weil ein Maßregelvollzug nicht die nötigen Mittel und Therapiemöglichkeiten aufweise, um Spielsüchtige entsprechend zu behandeln. Ein solcher Aufenthalt wäre in diesem Fall nur in Frage gekommen, wenn die Spielsucht sich maßgebend auf die Persönlichkeit des Spielers ausgewirkt hätte. Da dies nicht der Fall gewesen sei, wurde hier pro Freiheitsstrafe entschieden.

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